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Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) begrüßt ausdrücklich das jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Maßnahmen-Paket zum Klimaschutz. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte der Verbandsvorsitzende Hanns Richard Hareiner bereits im September die Bereitschaft der Branche unterstrichen, das in Meseberg vorgestellte Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung im Rah men ihrer Möglichkeiten tatkräftig zu unterstützen. Er verwies darauf, dass der DVFG als Interessensvertretung der mittel ständischen deutschen Flüssiggaswirtschaft sich seit vielen Jahren mit Energiekonzepten beschäftigt, in denen Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine zukunftsfähige Verbindung eingehen.

Jetzt haben der DVFG und die in ihm organisierten Versorgungsunternehmen eine Klimaschutz-Erklärung vorgelegt, die die Verantwortung der Branche für eine weitere Steigerung der Energieeffizienz und eine Stärkung der Umweltschutz-Bemühungen dokumentiert. Themen des Statements sind unter anderem die Kombinationsmöglichkeiten von Flüssiggas mit regenerativen Energien und innovativen Heiztechniken, die Dynamik, die inzwischen auch den deutschen Autogasmarkt erfasst hat sowie Forschungsansätze zu einer künftigen Herstellung von Flüssiggas aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Wortlaut der Klimaschutz-Erklärung:


Nachhaltig effizient: Flüssiggas
Weniger Energie - weniger Umweltbelastung - mehr Leistung

Klimaschutz-Erklärung des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG)

Die Energie

Flüssiggas ist eine schadstoffarme Energie mit hohem Heizwert und Reinheitsgrad, die seit Jahrzehnten weltweit zur Wärmeversorgung beiträgt. Der europäische Bedarf wird zu ca. 60 Prozent über natürlich vorkommendes Flüssiggas aus der Erdgas- und Rohölförderung, maßgeblich auch durch Förderungen in der Nordsee, gewonnen. Der übrige Anteil fällt in inländischen Raffinerien bei der Rohölverarbeitung im Rahmen der Koppelproduktion an. Die Verfügbarkeit von Flüssiggas aus natürlichen Quellen steigt weltweit an. Daraus resultiert eine hohe Versorgungssicherheit.

Als leitungsunabhängige Energie erlaubt die mobile Energie Flüssiggas den Einsatz moderner Gasheiztechnik auch dort, wo kein Anschluss an die allgemeinen Gasversorgungsnetze besteht. Innerhalb des deutschen Energie-Mixes leistet Flüssiggas durch seine saubere Verbrennung einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung schädlicher Abgasemissionen.

Die Vielzahl der Quellen für Flüssiggas und der regionale Wettbewerb der mittelständischen Versorgungsunternehmen im Markt ermöglichen es, die Preisbewegungen auf den internationalen Energiemärkten weitgehend abzufedern. Die Daten des Statistischen Bundesamts bescheinigen Flüssiggas unter den Heizenergien die geringsten Preissteigerungen.

Um die klimapolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern, wird das Kriterium der Energieeffizienz immer bedeutender. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie muss deren möglichst sparsamen Verbrauch intendieren. Nachhaltiger Klimaschutz ist nur dann gewährleistet, wenn heutige Lebensqualität nicht auf Kosten künftiger Generationen generiert wird. Die effiziente Nutzung von Energieressourcen muss deshalb Vorrang haben vor kurzfristigem Absatzdenken der Energieanbieter.


Bekenntnis zur Senkung des Energieverbrauchs

Die Kommunikation, die technologische Unterstützung im Markt und die Investitionen des DVFG und seiner Mitgliedsunternehmen konzentrieren sich auf die effiziente Nutzung von Energieressourcen. Die Versorgungsunternehmen sind überzeugt, dass Markterfolge durch eine Steigerung des Verbrauchs pro Einheit nicht er-strebenswert sind. Der Absatz muss sich auf eine Erweiterung des Kundenpotenzials und einen Ausbau der Anwendungssegmente, basierend auf der Attraktivität einer Energie, konzentrieren. Die Attraktivität einer Energie steht dabei zur Effizienz dieser Energie in direkter Beziehung. Die Formel der Flüssiggas-Branche lautet: Weniger Energie - weniger Umweltbelastung - mehr Leistung.


Verbrauchsrückgang markiert Effizienz

Die deutsche Flüssiggasbranche setzt seit Jahren in der Arbeit ihrer technischen Gremien, in der Kommunikation und in der direkten Kundenansprache einen Schwerpunkt auf die möglichst effiziente Nutzung von Flüssiggas. Die Initiativen der mittelständischen Versorgungsunternehmen im DVFG haben den Einsatz moderner Technologie im Markt nachhaltig gefördert. Innovative Technologien, die Durchsetzung der Brennwert-Technik im Markt, gebäudetechnische Fortschritte, konsequente Energieeinspar-Richtlinien und ein wachsendes Umweltbewusstsein lassen den Verbrauch pro Kunde zurückgehen. Dies ist ein Beleg für die Zukunftsfähigkeit von Flüssiggas.

Der durchschnittliche Verbrauch eines Flüssiggas-Kunden lag bereinigt um klimatische Einflüsse im Jahr 2006 mit rund 1,34 Tonnen um rund 24 Prozent niedriger als im Jahr 1999. Durch diese Steigerung der Effizienz werden pro Verbrauchseinheit die jährlichen CO2-Emissionen um durchschnittlich 1,27 Tonnen pro Jahr gesenkt. Die Senkung der Emissionen verbessert sich um weitere 0,16 Tonnen auf 1,43 Tonnen pro Jahr, wenn man Effekte der Vorkette, also Transport, Förderung etc., berücksichtigt. Allein im Segment der Haushaltsversorgung summiert sich die jährliche CO2-Einsparung durch Effizienzsteigerung auf rund eine halbe Million Tonnen.

Eine wesentliche Ursache dieser deutlichen Effizienz-Steigerung liegt in der vollen Kompatibilität von Flüssiggas mit den relevanten heiz- und gebäudetechnischen Innovationen. Flüssiggaskunden, die ihr Gebäude mit zeitgemäßer Technik modernisieren und die Nutzung regenerativer Energien integrieren, senken ihren Gasbedarf. In vielen Fällen bietet ein Umstieg auf die leitungsunabhängige Flüssiggasversorgung erst die Voraussetzung, moderne Gasheiztechnik an jedem Standort, speziell auch im ländlichen Bereich, zur Basis der Modernisierungsmaßnahmen zu machen.


Mobiler Klimaschutz: Autogas

Der DVFG und seine mittelständischen Mitglieds-Unternehmen haben umfangreiche Investitionen geleistet, um die Antriebsenergie Autogas, also Flüssiggas als Kraftstoff, zu einer ebenso praxis- wie umweltgerechten Mobilitätslösung zu entwickeln. Voraussetzung war dazu eine flächendeckend ausgebaute Tankstellen-Infrastruktur von gegenwärtig fast 3.000 Stationen. Bis zum Jahr 2008 wird in Deutschland ein Gesamtbestand von 4.000 Stationen erwartet. Bis 2015 soll jede dritte Tankstelle in Deutschland Autogas anbieten.

Die umfangreiche Aufklärung über die Vorteile der Energie Flüssiggas als Kraftstoff ist von den Autofahrern verstanden worden. Der lange offene Wettbewerb zwischen den Gaskraftstoffen ist in Deutschland inzwischen entschieden. Die Zahl der mit Autogasantrieb fahrenden Fahrzeuge liegt Ende 2007 bei ca. 200.000.

Für das Jahr 2009 erwarten Verkehrsexperten einen Bestand von 340.000 Fahrzeugen. Im Jahr 2015 werden über 1 Mio. abgasarme Autogasfahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Ein besonderer Vorteil von Autogas besteht zudem darin, dass die problemlos zu handhabende Technik es erlaubt, auch den Altbestand der Fahrzeuge effizient und umweltverträglich zu wirtschaftlichen Bedingungen aufzurüsten. Hier existiert ein erhebliches Potenzial, um eine zügige Verbesserung für den Klimaschutz zu erreichen.

Autogas trägt nachhaltig zur CO2-Reduzierung bei. Bereits im zurückliegenden Jahr 2006 wurde durch die Nutzung der Autogas-Fahrzeuge eine CO2-Minderung in Höhe von rund 120.000 Tonnen erreicht. Im Jahr 2015 ist eine jährliche Einsparung in Höhe von rund 1,27 Mio. Tonnen CO2 zu erwarten. Autogas wird damit eine wichtige Säule im Rahmen der unverzichtbaren Maßnahmen zur Emissionsminderung.


Option für Effizienz-Steigerungen

Die deutschen Flüssiggasversorger sehen ein großes Potenzial zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz und gleichzeitig eine Option für zukünftige gebäudetechnische Konzepte. Be währt hat sich Flüssiggas als zuverlässige Zusatzenergie in der Kombination mit Solaranlagen.

Grundsätzlich senken die Produktvorteile moderner Gas-Wandheizkessel sowohl die psychologischen als auch die finanziellen Schwellen bei Modernisierungsmaßnahmen. Damit erleichtert die Energie Flüssiggas den Umstieg auf eine effizientere Wärmeerzeugung im Gebäudebestand. Auch bei Sanierungsmaßnah men, die über die Heizungserneuerung hinausgehen, ist Flüssiggas die Energie erster Wahl. Der DVFG und seine mittelständischen Versorgungsunternehmen, die im Markt eine große Kundennähe besitzen, favorisieren und fördern Technologien, mit denen die Energieeffizienz weiter gesteigert werden kann. Mit so genannten Mini-Blockheizkraftwerken lässt sich das energieeffiziente Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentralisieren und überall dort wirtschaftlich einsetzen, wo größere Mengen Wärme benötigt werden. Die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme durch einen flüssiggasbetriebenen Generator bietet an Standorten ohne Erdgasnetzversorgung nicht nur Wohngebäuden eine besonders hohe Energieverwertung, sondern auch Objekten in Gewerbe, Gastronomie und Land wirtschaft. Prinzipiell sind dank Flüssiggas Energieversorgungskonzepte mit Insellösungen auch im ländlichen Bereich möglich.

Die Gaswärmepumpen-Technologie erweitert das Leistungsspektrum flüssiggasbetriebener Anlagentechnik zudem um den Bereich der Klimatisierung. Für die Gebäudetechnik bedeutet dies einen weiteren Schritt zu mehr Energieeffizienz.


Initiativen zur Steigerung der Energieeffizienz

Die mittelständischen Versorgungsunternehmen, die im DVFG organisiert sind, werden weiterhin einen nachhaltigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und damit zum Klimaschutz leisten.

Durch Kooperationsprojekte werden die Entwicklung innovativer Technologien und deren Umsetzung in den Markt gefördert.

Die wissenschaftliche Erforschung innovativer Verfahren zur Herstellung biogenen Flüssiggases wird durch universitäre Projekte unterstützt.

Der Ausbau der favorisierten Alternativ-Energie Autogas wird durch erhebliche Investitionen in die Infrastruktur sowie durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern und den Umrüst-Werkstätten vorangetrieben.

Durch fundierte Information und eine aktive Beratung der Kunden tragen die Branche und ihre Unternehmen zur weiteren Durchsetzung richtungweisender Technologien maßgeblich bei. Die qualifizierte Energieberatung durch den flächendeckenden Außendienst wird intensiviert und durch Kooperationen mit dem regionalen Handwerk ausgebaut.

Die Klimaschutzstrategie der Bundesregierung wird damit auf mehreren Ebenen nachhaltig unterstützt.  

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